Zentrum für Glücksspielforschung bei der Universität Wien
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Deutscher Landessport bangt um Sportförderung
10. November 2005

Auf der rheinland-pfälzische Landessportkonferenz warnt Innenminister Karl-Peter Bruch (SPD), dass bei Liberalisierung des Glücksspiel- und Sportwettenmarktes, der deutsche Sport finanzielle Probleme befürchten muss.

 

Hintergrund dazu ist ein Verfahren vor dem deutschen Bundesverfassungsgericht, das ab dem 8. November über eine Liberalisierung des Glücksspiel- und Sportwettenmarktes in Deutschland verhandeln wird (vgl. Die Presse 7.11.1005, 18). Anders als in Österreich ist nicht nur das Glücksspiel, sondern auch der Sportwettenmarkt in Deutschland vom staatlichen Monopol umfasst. Deutschland hat somit ein wesentlich weiteres Monopol als Österreich, wenngleich dies - anders als nach dem B-VG - nicht dem Bund, sondern den Ländern eingeräumt ist. Besonders im Zusammenhang mit der im kommenden Jahr in Deutschland stattfindenden Fußballweltmeisterschaft drängen (internationale) Sportwettenveranstalter auf eine Öffnung des äußerst umsatzstarken Sportwettenmarktes in Deutschland.

 

Der Vizepräsident des Landessportbundes (LSB), Hermann Höfer, führte auf der Konferenz aus, dass die Lotteriegesellschaft des Landes etwa 530 Mio Euro Umsatz jährlich erzielen. Beachtliche 38% davon kommen über Steuern und Konzessionsabgaben dem Land zu Gute. Insgesamt wird das Marktvolumen für Sportwetten in der BRD mit fünf bis sechs Mrd Euro bewertet.

 

Aber nicht nur dem Land, sondern vor allem und in erster Linie dem Sport drohen enorme Einnahmenverluste. Der für den Sport zuständige Minister Bruch sprach sich daher deutlich für einen Erhalt des staatlichen Monopols aus. Der Präsident des Landessportbundes, Egon Heberger, wies auf das Sonderprogramm Sportstättenbau hin. Seit dem Jahr 2002 sind auf diesem Weg jährlich rd 3 Mio Euro in den Bau oder die Sanierung von Sportstätten investiert worden, was auch dringend notwendig war: LSB-Schatzmeister Thomas Wansch betonte, dass 2/3 aller rheinland-pfälzischen Vereine, die selbst Inhaber von Sportanlagen sind, diese kurz- oder mittelfristig modernisieren und daher keinesfalls auf die Förderung verzichten können.

 



Dr. Ronald Bresich, zfg-Redaktion



Quellen: Gerecke, Glücksspiel-Monopol erhalten, Allgemeine Zeitung Online, www.az-badkreuznach.de, vom 20.10.2005; isa-casinos.de vom 20.10.2005; casino.ch vom 20.10.2005; presseportal.de vom 12.10.2005. Die Presse 7.11.2005, 18.